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Simracing

Welche Rennformate gibt es?

Es gibt unzählige digitale Renn­formate von Arcade-Titeln wie Forza Horizon, Need for Speed und ja, sogar Mario Kart bis hin zu realis­tischen Rennsimulationen wie Assetto Corsa, RaceRoom und natürlich iRacing. Wir gehen in diesem Artikel auf Letzteres ein: das simulierte, realitätsnahe Renn­geschehen – kurz Simracing, das seitens der Fans und vor allem der Fahrerinnen und Fahrer nichts mehr mit der Definition von Spiel zu tun hat.


Was ist Simracing?

Der Begriff „Simracing“ setzt sich aus „Simulation“ und „Racing“ zu­sammen. Die Bezeichnung ver­deutlicht, dass es kein Spiel im klassischen Sinn ist, sondern eine möglichst bis in die kleinste Schraube und die letzte Nachkommastelle des Reifendrucks simulierte Realität. Das Thema ist auch absolut nicht neu: Ende der Achtziger gab es die Anfänge der in Richtung Simulation ausgelegten Spiele wie Test Drive, Ende der Neunziger dann schon die erste Rennsimulation namens Grand Prix Legends mit 3D-Physik-Modell, 3D-beschleunigt und online spielbar. Die heutigen Simulationen arbeiten mit sogenanntem Force-Feedback. Dabei wird mittels elektronisch gesteuerter Motoren im Lenkrad Gegenlenkbewegungen, konstante Zentrierkräfte und heftiges Ruckeln bei Kollisionen erzeugt. Zudem ist die Physik bis ins Kleinste ausgearbeitet. Sie ermöglicht alle Einstellungen am Rennfahrzeug, die auch in der Realität einstellbar sind. Reifen­abnutzung, Tankfüllung, Kollisionen etc. müssen ebenso beachtet und in der Boxengasse entsprechend behandelt werden.

In den letzten 30 Jahren kamen Dutzende Updates, Weiter­entwicklungen und Neu­erscheinungen von Rennsimulationen hinzu. Heute dominieren vier Simulationen die Szene: iRacing, rFactor2, RaceRoom und Assetto Corsa. Für Szenefremde sind sie optisch kaum unterscheidbar; Geübte kennen jedoch die Eigenheiten der einzelnen Plattformen und haben sich oftmals aufgrund kleiner, aber feiner Unterschiede auf eine fest­gelegt. Auf diese vier Plattformen kommen Hunderte Clubs und Vereine, die sich deutschlandweit regelmäßig in Meisterschaften in unter­schiedlichsten Rennklassen messen. Mehrere Tausend Fahrerinnen und Fahrer sowie mehrere Hundert­tausend Fans widmen sich hier im Land regelmäßig dem digitalen Rennsport. Am beliebtesten sind Boliden aus der DTM, den GT-Klassen und der Formel 1, aber auch Formel E und MotoGP.


Online-Events im Simracing

Simracing ist aus den Rennsportnews nicht mehr wegzudenken und all­gegenwärtig. Schlagzeilen machte z. B. das Online-Event „Race for Good“ von „Laureus Sport for Good“. In dieser Meisterschaft für gute Zwecke traten fünfzehn Profi-Rennfahrerinnen und -Rennfahrer sowie zehn Simracer in drei Rennen inklusive Qualifyings gegeneinander an. Unter anderem war Ex-Formel-1-Pilot Rubens Barrichello dabei. Echte Rennsportteams trainieren ihre Fahrerinnen und Fahrer schon seit Längerem über Simulatoren, da sich die digitalen Rennstrecken dank Laserabmessungen mit jeder Erhöhung und jeder Kerbe 1:1 im Vergleich zur Realität abfahren lassen. Somit ist der Lerneffekt für die Fahrerinnen und Fahrer im Prinzip derselbe, wenn es um das Üben der Streckenabläufe geht. In Verbindung mit einer Virtual-Reality-Brille und einem sogenannten Rig (durch Motoren beweglicher Rennstuhl mit Lenkrad, Pedalen und Schalteinheit) sitzt man dann quasi auch gefühls­echt im Rennwagen. Fehlt nur noch ein Heizelement vor den Füßen, das die aufsteigende Motorwärme im Wageninneren simuliert.