Rüdiger Abele
Freier Autor
16. Oktober 2026

Werkstatt unterwegs: Der Mobile Workshop von Wackenhut zu Gast bei der GTÜ

Eine voll ausgestattete Kfz-Werkstatt, die innerhalb weniger Minuten am Einsatzort betriebsbereit ist: Das ist der Mobile Workshop von Wackenhut. Kürzlich hat das Unternehmen ihn der GTÜ präsentiert. Anlass war der Auftrag einer Genehmigungsbegutachtung durch den Technischen Dienst der Prüforganisation im Rahmen einer EU-Fahrzeug-Einzelgenehmigung.

Eine komplette Autowerkstatt dorthin bringen, wo sie gerade gebraucht wird – diese Idee steckt hinter dem Mobile Workshop von Wackenhut. Bei der Vorführung des mobilen Werkstattkonzepts bei der GTÜ nahmen die Experten des Technischen Diensts der Prüforganisation die besondere Fahrzeuglösung detailliert in Augenschein. „Anlass für den Termin war der Auftrag einer Genehmigungsbegutachtung für eine EU-Fahrzeug-Einzelgenehmigung“, sagt Johannes Pienau, Leiter des Technischen Diensts der GTÜ. Erläutert wurde der Mobile Workshop von Volker Gohl, Geschäftsführer von Wackenhut. Dabei zeigte sich sehr anschaulich, was das Konzept ausmacht: die Kombination einer kompakten transportablen Einheit mit einer geräumigen und komplett ausgestatteten Werkstatt.

Innerhalb von fünf Minuten einsatzbereit

„Eine professionelle Werkstatt. Aufgestellt innerhalb von fünf Minuten. Jederzeit, an jedem Ort“ – so beschreibt Wackenhut das Konzept. Zum Einsatzort transportiert eine Zugmaschine den Mobile Workshop, der als Sattelauflieger mit einer nach oben klappbaren Deichsel konzipiert ist. Dort lässt er sich innerhalb weniger Minuten aufbauen. Hydraulisch betätigte Slide-outs vergrößern den Innenraum innerhalb einer knappen Minute nahezu auf das doppelte Volumen, von rund 70 auf 120 Kubikmeter – laut Hersteller in etwa 50 Sekunden. Eine automatische Nivellierung mit vier Hydraulikstützen sorgt für den sicheren Stand und ermöglicht auch den zuverlässigen Einsatz kalibrierter Prüfmittel etwa für die Scheinwerfereinstellung.

Ausgestattet wie eine stationäre Werkstatt

Die Ausstattung entspricht in weiten Teilen einer stationären Werkstatt. Dazu gehören unter anderem eine Hebebühne für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen, ein Bremsenprüfstand und Einrichtungen für den Reifenservice. Hinzu kommen ein Druckluftsystem sowie Arbeitsbereiche für Wartungs- und Servicearbeiten. Auch an einen möglichst autarken Betrieb wurde gedacht. Der Mobile Workshop verfügt über eine eigene Energieversorgung, ein Kamera- und Sicherheitssystem, WLAN sowie außen über eine umlaufende Beleuchtung. Ein Auffangsystem für Betriebsflüssigkeiten soll verhindern, dass eventuell auslaufende Betriebsstoffe in die Umgebung gelangen. Der wettergeschützte Arbeitsbereich ermöglicht Einsätze weitgehend unabhängig von den Bedingungen vor Ort.

Service kommt zum Fahrzeug

Wackenhut dreht mit diesem Fahrzeugkonzept das klassische Werkstattprinzip um: Nicht das Auto kommt zum Service, sondern die Werkstatt zum Auto. Wartungs- und Servicearbeiten können so etwa zu Hause oder am Arbeitsplatz erledigt werden – ohne zusätzliche Wege zur Werkstatt. Weitere Einsatzmöglichkeiten reichen von der Hauptuntersuchung über Flotten- und Reifenservice bis zu Rückrufaktionen, Fahrzeugchecks, Schadenbegutachtungen, Motorsport- und Eventeinsätzen und der Nutzung als temporäre Ersatzwerkstatt.

Auch als mobile Prüfstelle interessant?

Da gibt es noch einiges zu klären, aber die Live-Vorführung bei der GTÜ machte deutlich, welche Möglichkeiten das mobile Konzept noch bieten kann. Denkbar wäre beispielsweise eine mobile GTÜ-Prüfstelle oder ein mobiler Prüfstützpunkt, um ausgewählte Prüf- und Dienstleistungen direkt dorthin bringen zu lassen, wo sie benötigt werden. Gerade bei größeren Fuhrparks, an wechselnden Einsatzorten oder bei zeitlich begrenztem zusätzlichem Prüfbedarf könnte das Konzept interessante Perspektiven eröffnen. Aus einer mobilen Werkstatt würde dann eine Plattform für die GTÜ-Dienstleistungen rund um Fahrzeug, Sicherheit und Service.

Fazit

Der Besuch des Mobile Workshop bei der GTÜ zeigte ganz praktisch, wie flexibel sich professionelle Werkstatttechnik mobil einsetzen lässt – und welche neuen Möglichkeiten daraus für Fahrzeugservice und technische Dienstleistungen entstehen können.

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