Triumph TR7 - ein Brite für Nordamerika
Aus dem Archiv von GTÜ Classic
Mit dem TR7 wollte Triumph Mitte der 70er Jahre eine neue Zeit einläuten – und stieß die Roadster-Fangemeinde erst einmal gehörig vor den Kopf. An dem keilförmigen Vier-Zylinder gibt es allerdings kaum etwas auszusetzen. Das gilt bis heute.
Drehzahlen für den Zeitgeist
Triumph hat dem Zeitgeist schon häufig ein paar Drehzahlen mehr verpasst. Was das Lebensgefühl betraf, war Ende der 60er Jahre beim TR6 nach oben alles offen. Unter der Schnauze grummelte ein Sechszylinder, der Fahrer blickte auf sportliche Rundinstrumente und reichlich Holz, der Wind blies um die Nase. Dandy, Freiheit, Flower-Power. Alles very british. Und dann war plötzlich Schluss.
Ein neues Auto muss her!
Die USA, der wichtigste Absatzmarkt, gab den Spielverderber und drohte mit neuen Sicherheits- und Umweltanforderungen. Triumph handelte wie viele Automobilhersteller aus der alten Welt und stellte seinen beliebten Roadster in vorauseilendem Gehorsam schon mal auf die Probe. Der Test mit dem vermeintlich verbesserten TR6 wurde zum Desaster. Ein neues Auto musste her. Ein ganz neues.
Ein Keil kommt ins Rollen
Die Roadster-Fans trauten ihren Augen nicht, als der TR7 im Oktober 1975 vorgestellt wurde. Statt der gewohnten runden Formen sahen sie ein flaches, eckiges und keilförmiges Ding. Das Schlimmste aber war: Dieses Ding war auch noch zu. Kein Roadster, sondern ein Coupé! Doch wie so oft war der erste Eindruck falsch, die Enttäuschung unbegründet. Vielmehr war Triumph den neuen Anforderungen mit Mut und Vernunft begegnet.
Oberarmtraining hinterm Lenkrad
Mit Mut, weil sich die Karosserie – erstmals selbsttragend – bald als ihrer Zeit weit voraus entpuppte. Das beste Beispiel dafür waren die in Europa noch kaum bekannten Klappscheinwerfer. Mit Vernunft, weil der Hersteller jeden Schnickschnack vermied und auf eine einfache, solide Technik setzte. Das gerade mal 1.000 Kilogramm schwere Coupé gab es nur mit einem zwei Liter großen Vier-Zylinder-Aggregat mit Vergaser, das in der europäischen Version 106 PS leistete. Die Ausstattung fiel eher bodenständig aus. Ein bisschen viel Plastik vielleicht, Kurbelfenster, und hinterm Steuer absolvierte der Fahrer Oberarmtraining – es gab keine Servolenkung. War das Fahrwerk für die USA auch etwas weichgespülte, so stellte sich mit der ruppigen Vier-Gang-Schaltung reichlich Fahrspaß ein.
Eine neue Offenheit
Irgendwann gab Triumph dann doch klein bei, und präsentierte 1979 den TR7 Roadster. Immer mit einem Auge in den USA, legten die Briten 1980 auch noch einen TR8 nach, mit einem 3,5 Liter V8-Motor von Rover. Weil der für den Vergaser etwas mehr Platz brauchte, erhielt die Motorhaube eine zusätzliche Ausbuchtung. Bis zum Produktionsende 1981 rollten rund 115.000 von den neuen Modellen vom Band. Das sind weit mehr Fahrzeuge, als vom beliebten TR6 oder gar vom Spitfire jemals verkauft wurden.
Gebraucht geht er immer noch
In Oldtimerkreisen genießt der letzte richtige Triumph Sportwagen einen ordentlichen Ruf. Weil mit der einfachen Technik leicht umzugehen ist und weil die Beschaffung gängiger technischer Teile keine großen Probleme macht. Nur rostanfällig war der TR7 schon immer. Gut erhaltene Roadster sind rar und kosten mittlerweile über 10.000 Euro, ein offener TR8 kann auch mal 20.000-Euro-Grenze überschreiten.