Michael Petersen
Freier Autor
30. März 2026

Sicher ins eigene Autofahrerleben starten

Den Ängsten davonfahren: Tipps der GTÜ für Fahranfänger und mehr Selbstbewusstsein am Steuer.

Nach der Führerscheinprüfung kommt die eigene Fahrpraxis

Kein Fahrerlehrer mehr auf dem Beifahrersitz – aber auch keine Assistenzsysteme im Fahrzeug. Diese Erfahrung macht Anna in diesen Wochen. Seit November 2025 hat sie den Führerschein. Doch zunächst bremsten sie Ängste am Steuer. Der Spaß am Fahren war noch nicht so recht vorhanden. Ein beobachteter Unfall mit Blechschaden führte ihr deutlich vor Augen, was alles passieren kann. Hinzu kommt die Umstellung vom modernen Fahrschulfahrzeug auf den alten Ford Fiesta ihrer Schwester. Ein gutes Auto – aber ohne Spurhalteassistent, Notbremsassistent und Berganfahrhilfe, die das Zurückrollen beim Losfahren verhindert. Anna äußert einen drastischen Vorschlag: „Fahrschulen sollten alte Fahrzeuge nehmen, dann würde ich mich jetzt wohler fühlen.“ Ihre Lösung aus dem Dilemma? Sie setzt Schwerpunkte wie in der Fahrschule: Stadtroutine, Autobahnfahrten, eine Runde übers Land, Aus- und Einparken im Wohngebiet. So gewöhnt sie sich Kilometer für Kilometer an den Straßenverkehr. Die GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung mbH gibt weitere Tipps.

Vertraute Strecken geben Sicherheit

Gerade zu Beginn hilft es enorm, bekannte Routen zu wählen. Wer sich nicht zusätzlich auf Navigation oder Orientierung konzentrieren muss, kann sich voll auf das Fahrgeschehen fokussieren. Empfehlenswert sind zudem ruhige Zeiten und wenig befahrene Strecken – etwa am frühen Morgen, am Wochenende oder durch wenig befahrene Wohngebiete.

Stadt, Land, Autobahn

Viele Neulinge am Steuer fühlen sich sicherer, wenn sie sich für jede Fahrt auf eine bestimmte Verkehrssituation konzentrieren können. An einem Tag eine Überlandfahrt, am nächsten eine Runde durch ein Stadtgebiet außerhalb der Hauptverkehrszeiten, am dritten Tag kommt die Autobahn an die Reihe und irgendwann die Nachtfahrt – so, wie Anna es macht. Nicht ohne Grund laufen viele Fahrstunden nach diesem Muster ab.

Das eigene Fahrzeug kennenlernen

Oft unterscheiden sich die ersten eigenen Fahrzeuge deutlich von modernen Fahrschulautos. Assistenzsysteme wie Spurhalte- oder Notbremsassistent fehlen. Deshalb ist es wichtig, sich in Ruhe mit dem Auto vertraut zu machen. Ein leerer Parkplatz oder eine ruhige Strecke bieten ideale Bedingungen, um grundlegende Abläufe wie das Anfahren zu üben, insbesondere am Berg.

Im eigenen Tempo bleiben

Druck von hinten durch andere drängelnde Autofahrer kann verunsichern. Doch hier gilt: Ruhe bewahren und sich nicht hetzen zu lassen. Die meisten Fahrer haben mit gemächlicher Geschwindigkeit angefangen, und Sicherheit geht immer vor Geschwindigkeit. Wichtig ist das eigene Tempo, bei dem sich der Neuling wohlfühlt.

Schwierige Wetterbedingungen vermeiden

Nebel, Starkregen oder Schnee stellen selbst erfahrene Fahrer vor Herausforderungen. Fahranfänger sollten solche Bedingungen möglichst meiden. Gute Sicht und trockene Straßen sorgen für ein entspannteres Fahrerlebnis und bauen Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten als Fahrer auf.

Unterstützung durch erfahrene Begleitung

Gerade in der Anfangsphase kann ein erfahrener Autofahrer auf dem Beifahrersitz hilfreich sein. Der vermittelt Sicherheit, kann Tipps geben und bei Unsicherheiten unterstützen. Wichtig dabei: Die Begleitung sollte ruhig bleiben und konstruktiv helfen – zu viele Hinweise, Druck oder gar Besserwisserei wirken kontraproduktiv.

Schritt für Schritt statt Langstrecke

Lange Fahrten erfordern viel Konzentration und können schnell ermüden. Deshalb ist es sinnvoll, zunächst kürzere Strecken zu fahren. Wenn längere Fahrten unvermeidbar sind: Regelmäßig Pausen einlegen. Schon ein kurzer Spaziergang oder frische Luft können helfen, wieder konzentriert weiterzufahren.

Fazit:

Anna hat in den vergangenen Monaten schon manche Sorge zurückgelassen. „Es klappt mittlerweile ganz gut. Nur bei der Auffahrt auf die Autobahn werde ich manchmal noch nervös.“ Auch der Fiesta ihrer Schwester verhält sich längst nicht mehr so störrisch wie auf den ersten Kilometern. Das Beispiel Anna zeigt: Mit Geduld, Übung und einer positiven Grundhaltung zum Autofahren wächst die Sicherheit, und Ängste schwinden.

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