Peter Thomas
Freier Autor
12. August 2026

Schwarz oder Weiß – alles ganz schön heiß!

Bei Hitze hilft nicht nur der richtige Lack.

Sommer, Sonne, dunkler Lack – prompt fühlt sich das Innere des geparkten Autos beim Einsteigen an wie ein Backofen. Intuitiv vermutet man, dass ein Wagen mit heller Außenfarbe sehr viel kühler bleibt. Stimmt das? Ganz so einfach ist es nicht, erklären die Experten der GTÜ. Es gibt immerhin Strategien, mit deren Hilfe sich der Innenraum von Autos im Sommer weniger stark aufheizt.

Über 20 Grad Differenz

Vorab ein wenig Physik: Es ist richtig, dass sich je nach Farbe eines Autos die Oberflächen der Karosserie in der sommerlichen Prallsonne unterschiedlich stark aufheizen. Der sogenannte Albedo-Effekt sorgt dafür, dass helle Lackflächen mehr Licht reflektieren, während dunkle Farben einen größeren Teil der Strahlung aufnehmen und in Wärme umwandeln. Messungen des ADAC haben gezeigt, dass der Temperaturunterschied bei direkter Sonneneinstrahlung über Mittag zwischen schwarzem (65 Grad Celsius) und weißem Lack (44 Grad) mehr als 20 Grad betragen kann.

Innen ist nicht gleich außen

Diese Differenz kommt aber so nicht im Innenraum an: Helle Autos heizen sich im Hochsommer nur geringfügig weniger stark auf als jene mit dunklem Lack. Der ADAC hat innen nur einen Unterschied von rund fünf Grad Celsius zwischen zwei baugleichen Fahrzeugen in Schwarz und Weiß gemessen. Der Grund dafür: Die Temperatur im Innenraum hängt von vielen Faktoren ab, die Lackfarbe ist nur einer davon. Deshalb gilt die Warnung der GTÜ, im Sommer Kinder und Haustiere keinesfalls im geparkten Auto zurückzulassen, für Pkw mit Lackierungen aller Couleur. Denn der Wagen kann binnen weniger Minuten zur gefährlichen Hitzefalle werden.

Vorsicht vor dem Glashauseffekt

Entscheidend dafür ist der Glashauseffekt: Das energiereiche Sonnenlicht mit hohem Anteil an kurzwelliger Strahlung dringt durch die Scheiben des Wagens und heizt die Flächen im Innern auf. Diese geben langwellige Wärmestrahlung ab, die das Glas aber nicht wieder nach außen passiert. So steigt die Temperatur im Fahrzeuginnern in kurzer Zeit stark an. Besonders deutlich wirkt der Effekt bei modernen Autos mit schräg stehenden, großen Windschutzscheiben und dunklen Materialien im Innern.

Wie das Auto kühler bleibt

Aus dem beschriebenen Effekt lassen sich Strategien ableiten, damit das geparkte Auto sich nicht zu sehr aufheizt: Recht effektiv sind sogenannte Halbgaragen aus hellem Material, die über den oberen Teil des Wagens gezogen werden und alle Scheiben abdecken. So entsteht ein künstlicher Schattenparkplatz. Auch Schutzfolien außen auf der Windschutzscheibe können helfen, sie werden meist in den Türen fixiert. Etwas geringer ist die Wirkung von Sonnenschutz, der im Fahrzeuginnern hinter den Glasflächen angebracht wird. Getönte Scheiben hinten reduzieren immerhin die Oberflächentemperatur im Bereich des Rücksitzes.

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