Keine Angst vor der Panne im Tunnel
Eine Panne im Tunnel? Kein schöner Gedanke: Wenig Platz, rundherum Beton, künstliches Licht. Da fühlt sich selbst eine harmlose Störung am Fahrzeug schnell an wie ein Ausnahmezustand. Viele Menschen kennen das mulmige Gefühl bei der Einfahrt in ein langes Stück Dunkelheit. Aber es gibt keinen Grund zur Panik, wie die GTÜ-Experten versichern. Denn moderne Straßentunnel gehören zu den besonders gesicherten Teilen der Verkehrsinfrastruktur. Hier die wichtigsten Regeln.
Mit Routine ins Dunkel
Kurz vor dem Tunnel werden viele Autofahrer automatisch aufmerksamer, der Stresspegel steigt. Nach Angaben des Fernstraßen-Bundesamts hat etwa jeder Dritte ein mulmiges Gefühl im Straßentunnel. Dagegen hilft eine einfache Routine, rät die GTÜ: Tempo rechtzeitig anpassen, Abblendlicht einschalten, Sonnenbrille abnehmen, Abstand halten und ruhig weiterfahren. Wer sich daran gewöhnt, fährt angenehmer in den Tunnel hinein und hindurch.
Auf die Signale ist Verlass
Radio einschalten? Klingt für viele Autofahrer altmodisch. Im Tunnel ist es aber besonders sinnvoll. Denn wichtige Hinweise können über das Radio kommen. Die Technik gehört zu den vielen Systemen, die moderne Tunnel zu sicheren Verkehrsanlagen machen. Zu den Lösungen gehören beispielsweise auch Videoüberwachung, Notrufstationen, Lüftungstechnik, Lautsprecher, Pannenbuchten und Fluchtwege. Daher ist eine besondere Aufmerksamkeit bei Tunnelfahrten wichtig: Wo sind Notrufstationen und Fluchtwege? Und: werden besondere Signale angezeigt?
Wenn das Auto plötzlich streikt
Und wenn es doch einmal zu einer Panne kommt oder ein Unfall passiert? Dann Ruhe bewahren und in einer klaren Reihenfolge handeln: Zuerst den Warnblinker einschalten und rechts heranfahren. Lässt sich das Auto noch fahren, bringt man es möglichst aus dem Tunnel heraus – oder mindestens in die nächste Pannenbucht. Dann den Motor ausschalten, Warnweste anziehen und die Pannenstelle mit dem Warndreieck absichern. Dabei stets die eigene Sicherheit beachten.
Notruf absetzen und Hilfe leisten
Ob Panne oder Unfall: Im Tunnel setzt man besten einen Notruf über die dort installierten Notrufstationen ab. Denn sie verbinden direkt mit der zuständigen Tunnelleitzentrale. Dort wird der genaue Standort erkannt, und die Mitarbeiter können umgehend die richtigen Schritte einleiten: vom Alarm der Hilfsdienste über das Sperren von Fahrstreifen bis hin zu Durchsagen.
Klar gekennzeichnete Fluchtwege
Bei Rauch oder Feuer soll man zügig den Tunnel verlassen. Grüne Rettungszeichen mit dem Piktogramm eines laufenden Menschen helfen dann in deutschen Straßentunneln bei der Orientierung. Sie weisen den kürzesten Weg zum nächsten Notausgang – in modernen Tunneln ist dieser höchstens 150 Meter entfernt. Bei Tunneln mit zwei Hauptröhren führen meist Querstollen als Fluchtweg in die Nachbarröhre.
Höhere Aufmerksamkeit
Im Tunnel sollte man generell aufmerksam auf Veränderungen im Verkehrsgeschehen achten. Nach Möglichkeit schon bei stockendem Verkehr eine Rettungsgasse bilden. So bekommen Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und Abschleppdienst Platz im Notfall. Dabei immer auf Durchsagen achten. Und vor allem nie wenden oder rückwärtsfahren.