Lieber in die Berge – oder lieber ans Meer?
Das Reaktionsteam teilt persönliche Vorlieben
Lieber in die Berge – oder lieber ans Meer? Das ist schwieriger zu beantworten als für Fußballfans die Frage: Bayern oder Dortmund? Die Antworten sind so vielfältig wie die Wege dorthin. Und egal, wo unser Blogger am liebsten landen, es geht vor allem ums Unterwegssein.
Unter Strom in die Alpen
Auf jeden Fall Urlaub in den Bergen – unter Strom!
Mit dem E-Auto macht die Fahrt gleich doppelt Spaß: Bergauf schiebt die elektrische Maschine mit bärenstarkem Drehmoment den Wagen flink voran. Bergab gleitet das Auto dann fast lautlos ins Tal. Und nebenbei füllt sich dabei auch noch der Akku. Denn wer vom Pass hinunterrollt, gewinnt dank maximal eingestellter Rekuperation viel Energie zurück. Unterm Strich allerdings braucht auch ein E-Auto in den Bergen mehr Energie als in der Ebene. Aber eine gute Ladeplanung gehört ohnehin zu jeder Tour, insbesondere ins Ausland. Südtirol beispielsweise ist kein Problem: Schnelllader sind ausreichend vorhanden. Manche Säule steht sogar an ausgesprochen schönen Orten, wie jene direkt neben dem Café einer Seilbahn-Bergstation mit Blick ins Etschtal. Perfekt für eine Lade- und Kaffeepause.
Peter Thomas
Mit allen Sinnen Spektakuläres genießen
Absage ans Ausschlussprinzip: Warum nicht beides?
Wie lautet die Frage? Steht da wirklich ein „oder“? Sorry, so fokussiert erfolgt meine Urlaubsplanung vielleicht für ein Jahr, aber niemals generell. Und es gibt genug Jahre, in denen sowohl Bergluft wie Seebrise geschnuppert wird. Warum auch nicht: Mit dem Auto eine Serpentinenstraße nehmen und sich einswingen in diesen wunderbaren Rhythmus mit Hilfe von Gas, Bremse und Lenkung – das ist Genuss pur. Auf der Passhöhe aussteigen, in die Ferne schauen, dem Knistern des kühler werdenden Auspuffs lauschen. Ganz anders dann am Meer, meist eher im Sommer. Dort sind Panoramastraßen hoch über der Küste das Objekt der Begierde, küssen könnte man die grandiosen Ausblicke. Noch offen auf der Bucket List: Die Kv17 in Norwegen mit 650 Kilometern spektakulärer Landschaft über Inseln und Brücken und mit Fähren.
Rüdiger Abele
Die frische Bergluft im Sitzen spüren
Großes Vergnügen: Wind und Wetter im Cabriolet
Höchst beeindruckend, diese steilen Felswände. Dazu gehört, neben dem Gipfelkreuz stehend über die Welt der Berge zu blicken. Schluss mit der Träumerei: Wanderungen auf zwei Beinen finden eher auf der Schwäbischen Alb statt und nicht in den Alpen. Wie schön, dass es für die großen Aufstiege das Automobil gibt. Am besten ein Cabriolet, noch besser, ein altes Cabriolet. Fahren ohne Automatik, aber mit Zwischengas. Ohne Servolenkung, aber mit Armtraining. So bieten die Alpen ein Stück Arbeit auch bei dieser Art der Erklimmung. Die Sinne nehmen Gerüche und Temperaturschwankungen auf, im Cabriolet zusätzlich noch Sonnenstrahlen. Besonders glücklich darf sich schätzen, wenn unter der Motorhaube ein italienisches Triebwerk arbeitet. Enge Täler bilden einen feinen, langen Tunnel und fungieren als Klangverstärker für wohlklingende Auspuffsounds. Genuss für alle Sinne.
Michael Petersen
Zwischen Meeresrauschen und Abenteuerstraßen
Ja, die Berge sind verlockend - Grüne Landschaften, Ruhe und Idylle und die ein oder andere Kuh, die einem entgegenblickt.
Doch wenn ich an Urlaub denke, höre ich Meeresrauschen, rieche die salzige Brise in der Luft und lasse meine Beine im kühlen Nass baumeln.
Der Weg dahin ist meistens doch etwas zu weit für das Auto, doch vor Ort wird gerne eins genutzt. Es wäre ja schließlich langweilig, nur an einem Strand zu verweilen, wenn kleine Inseln an jeder Ecke traumhafte Kulissen bieten. Die Straßen sind etwas abenteuerlich und auch Google Maps ist manchmal verwirrt - doch mit einem erfahrenen Tourguide (aka meinem Partner) kommt man immer sicher ans Ziel.
Anne Hofmann
Ab in die Berge: Mobiles Familienabenteuer
Kurze Wege, flexible Anreise und viele Stopps für die Familie.
Von München aus sind wir zum Glück schnell in den Bergen – ein großer Vorteil, wenn es um spontane Auszeiten geht. Meist sind wir mit dem Auto unterwegs, gerade mit kleiner Tochter ist das einfach am flexibelsten. Die Fahrt selbst gehört für uns schon dazu: Wir legen bewusst immer wieder Pausen ein, nicht nur, weil unsere Kleine Bewegung braucht, sondern auch, weil die Ausblicke einfach zu schön sind, um vorbeizufahren. Ob ein kurzer Stopp mit Blick auf die Alpen oder ein kleiner Spaziergang zwischendurch – diese Momente machen die Anreise entschleunigt und besonders. Oben angekommen, bietet die Natur dann genau das, was wir suchen: viel Raum zum Entdecken und Bewegen. Beim Wandern kann unsere Tochter die Natur beobachten, Pflanzen und kleine Käfer entdecken oder mit kleinen Bechern spielen – die Berge werden so ganz nebenbei zu einem großen Abenteuerspielplatz.
Inna Baum
Der Flirt mit der Flut
Auf einer Straße, die im Meer verschwindet
Aus den Bergen, hat mir ein wissender Rennstallchef aus der Schweiz einmal verraten, kämen zwei Dinge: der Fön und der Neid. Beides zu vermeiden ist ein klares Plädoyer für die Küste. Ans Meer also, und einmal auch: aus dem Meer. Möglich macht es eine Passage hin zur französischen Atlantikinsel Île de Noirmoutier. Der Tidenhub hier in der Bretagne beträgt gewaltige vier Meter, und so taucht bei Ebbe für ein kleines Zeitfenster eine alte Straße aus den Wassermassen auf. Was für ein ungewöhnliches, erfrischendes Fahrerlebnis: Ein Flirt mit der Flut. Läuft die Zeit bei der kurzen Fahrt noch für einen oder bereits für den Ozean? Rapide! Rapide! Der Kopf mahnt zu Sturm und Drang. Aber dann, die letzten Meter die Rampe hinauf zurück an Land geht es bewusst entschleunigt. Es ist ein erhebendes Erlebnis, wieder ganz trockenen Boden unter sich zu haben. zumal zur blauen Stunde. Ein Roadmovie für Draufgänger und Romantiker.
Elmar Brümmer