Liebe, die uns bewegt: Ein Auto ist mehr als nur ein Wegbegleiter
Manche Liebesgeschichten beginnen nicht bei Kerzenschein, sondern auf vier Rädern. Auf dem Weg zur Arbeit, bei langen Fahrten in den Urlaub, ins Fitnessstudio oder zum Supermarkt – unser Auto ist einfach da. Wir alle entwickeln eine sehr persönliche Beziehung zu unseren vier Rädern, bewusst oder unbewusst. GTÜ-Mitarbeiterin Cosima erzählt, warum ihr Auto für sie mehr ist als nur ein Fahrzeug – und wie aus Blech und Motor sogar echte Gefühle entwickelt haben.
Manche Autos gefallen einem einfach, andere sind vor allem praktisch. Und dann gibt es diese seltenen Fälle, in denen ein Auto mehr wird als nur ein Fahrzeug. „Mein Mercedes W126 260 SE, Baujahr 1988, ist genau so ein Fall“, sagt C., „Er heißt Alfons und begleitet mich nicht nur durch den Alltag, sondern auch durch viele persönliche Momente. Dieses Auto löst ein besonderes Gefühl in mir aus. Und ja – ich glaube, man kann sich in ein Auto verlieben."
Dem Papa „abgeschwatzt“
Die Verbindung zu Alfons entstand nicht plötzlich, sondern wuchs mit der Zeit. Über mehr als zehn Jahre schlummerte der Mercedes W 126, das Auto ihres Vaters, in einer Halle. Niemand hatte Zeit, sich um ihn zu kümmern. Bis Cosima das gute Stück übernehmen durfte – und dem Mercedes ein neues Leben schenkte. Nicht Design oder Chrom waren entscheidend, sondern die Geschichte dahinter – und der Stolz, aus einem Projekt etwas ganz Eigenes zu machen. „Das ist nicht einfach nur ein Motor, der läuft“, beschreibt sie den Augenblick, als sie nach über sechs Monaten Restaurationsarbeit das erste Mal den Zündschlüssel umdrehte.
Ein Weg voller Erinnerungen
Kurze Rückblende: Die stärksten Gefühle sind untrennbar mit der Restaurierung verbunden. Diese Zeit war mehr als Schrauben und Reparieren – sie bedeutete Durchhalten und Lernen, wenn etwas nicht funktionieren wollte. Gleichzeitig gab es diese besonderen Momente, in denen plötzlich Fortschritt sichtbar wurde und alles Sinn ergab. Die Beziehung zu Alfons steht für diesen gemeinsamen Weg: für Einsatz, Geduld und ein Kapitel, das weit über ein fertiges Auto hinausgeht. „Diese Art Erinnerung hängt nicht am Ziel, sondern am Weg. Und deshalb ist Alfons für mich emotional viel größer als irgendein „schönes Auto“, betont Cosima.
Alfons hat eine Macke
Spielen wir das Gedankenspiel, wenn das Auto ein Mensch wäre. Wie wäre er dann? Cosima ist sich ganz sicher: „Alfons wäre ein Gentleman. Nicht so ein geschniegelter, sondern ein echter: ruhig, souverän, mit Manieren. Kein Lautsprecher, sondern jemand, der nicht beweisen muss, dass er Klasse hat – weil man es einfach merkt, sobald er da ist." Eine kleine Macke hat Alfons auch: In der Mittelkonsole aus Zebrano-Holz ist an einer Stelle der Klarlack beschädigt. Diese Spur erinnert daran, dass Alfons kein steriles Ausstellungsstück ist.
Einsteigen und durchatmen
Was diesen Mercedes besonders macht, sind zwei Dinge. Zum einen der Geruch. Nicht abgestanden, sondern nach Leder, Material und gelebter Geschichte. Der Innenraum riecht nicht nach „Auto“, sondern nach einer anderen Zeit. Zum anderen ist es dieses typische S-Klasse-Gefühl: Einsteigen, durchatmen, gelassener werden. Man fährt nicht einfach, man gleitet. Eine Haltung! Und dann wäre da noch der 90-Liter-Tank. Ein kleines Detail mit großer Wirkung, das ein Gefühl von Freiheit vermittelt.
Mit Sicherheit wertgeschätzt
Wertschätzung zeigt sich im Alltag vor allem durch Sorgfalt. Alfons wird gepflegt, regelmäßig gewaschen und technisch ernst genommen – und behutsam gefahren. Schließlich ist er schon fast 40 Jahre alt geworden. Das bedeutet auch: Vernunft und Verantwortung. „Es gibt Dinge, da endet mein Schrauber-Stolz – hier beginnt die Arbeit der Fachleute. Aber mir das einzugestehen, ist für mich ein Teil von echter Oldtimer-Liebe,“ sagt Cosima. Für sie bleibt Sicherheit die Grundlage für alles: „Gerade weil so viele Emotionen an Alfons hängen, gibt es bei Reifen und Bremsen keine Kompromisse. An diesem Punkt wird aus Leidenschaft Verantwortung.“
Starke Gefühle zum Valentinstag
Dass Alfons nie aus der Mode kommt, lässt sich in drei Adjektiven beschreiben: Zeitlos, lässig, beständig. Am Ende sind es nicht PS oder Ausstattung, die zählen. Es sind all' die Momente dazwischen. Unser Auto ist Teil unseres Alltags – und manchmal auch Teil unserer Geschichte. Vielleicht ist der Valentinstag genau der richtige Moment, ihm dafür einmal Danke zu sagen. Deshalb bekommt Alfons von seiner Besitzerin einen Liebesbrief:
„Lieber Alfons,
du bist nicht der Schnellste, nicht der Modernste – und genau deshalb bist du so besonders.
Danke, dass du mich daran erinnerst, dass gute Dinge Zeit brauchen. Dass Stil nicht laut sein muss. Und dass es sich lohnt, Dinge zu retten, statt sie zu ersetzen.
Du bist mein rollender Beweis, dass Charakter nicht aus Perfektion besteht.
Deine Cosima.“