Feyza Tuzcu
4. Mai 2026

Führerschein im Herzen, Carsharing im Kopf

Das Handy vibriert, eine Nachricht erscheint: „Zug fällt aus.“ Also Plan B. Fängt an mit: Bus. Aber der fährt erst in 40 Minuten. Das Fahrrad? Zu weit. In solchen Momenten wird mir klar, wie praktisch ein Auto sein kann – einfach einsteigen und losfahren. Keine Wartezeit, außer auf günstigere Spritpreise vielleicht. Ich gehöre zur Generation Z – einer Generation, die mit Smartphones, Apps und neuen Mobilitätsangeboten aufgewachsen ist. Doch wenn es ums Auto geht, sind viele von uns zwischen zwei Gefühlen gefangen: Auto, das ist gleichzeitig Freiheit – und Belastung.

Das Auto bringt Freiheit...

Viele von uns kennen das Gefühl: Endlich den Führerschein in der Tasche, das erste Mal allein am Steuer – so fühlt sich Unabhängigkeit an. Dazu kommt: Gerade außerhalb von Großstädten ist ein Auto oft unverzichtbar, um zur Arbeit, zur Uni oder sogar zum nächsten Supermarkt zu kommen. Ein Beispiel aus meinem Alltag: Wenn ich Freunde besuchen will, die ein paar Dörfer weiter wohnen, brauche ich mit dem Auto vielleicht eine Viertelstunde. Mit Bus und Bahn? Schnell mal über eine Stunde – wenn überhaupt eine direkte Verbindung existiert, ganz abgesehen vom Takt nachts an Wochenenden. In solchen Momenten bedeutet das Auto Freiheit. Diese Flexibilität ist etwas, das viele aus meiner Generation durchaus schätzen.

...das Auto ist auch eine Bürde

Gleichzeitig bringt ein eigenes Auto auch viele Verpflichtungen mit sich. Hohe Kosten für Versicherung, Benzin, Wartung – gerade für junge Menschen am Anfang ihrer Karriere oder mitten in Ausbildung und Studium kann das schnell zur finanziellen Belastung werden. Ich merke das selbst: Allein die monatlichen Fixkosten können schnell mehrere hundert Euro betragen. Da fragt man sich schon: Lohnt sich das überhaupt? Und natürlich geht es auch um das Umweltbewusstsein, Kinder des neuen Jahrtausends gelten als besonders sensibel, was den Klimawandel und Nachhaltigkeit angeht. Deshalb werden Alternativen wie Carsharing, öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad immer attraktiver. Für kurze Strecken nehme auch ich oft lieber das Fahrrad oder gehe zu Fuß. In der Stadt ist man damit manchmal sogar schneller unterwegs – und spart sich Parkplatzsuche, Parkgebühren und Stress.

Beziehungsstatus: Nützlich

So wandeln sich die Dinge vom „Besitzen“ zum „Nutzen“. Ein eigenes Auto zu haben ist längst kein Muss mehr. Carsharing, Mietwagen oder Mitfahrgelegenheiten liegen voll im Trend, in Städten bieten sich viele Alternativen. Wir wollen flexibel bleiben, uns nicht langfristig binden und gleichzeitig Kosten sparen. Ein Auto verliert seine Bedeutung als Statussymbol und gewinnt Bedeutung als ein praktisches Werkzeug, das benutzt wird, wenn man es wirklich braucht. Denn am Ende geht es auf für mich nicht darum, ein Auto zu besitzen – sondern darum, mobil zu sein. Und das auf eine Art, die zu meinem Leben passt.

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