Keine Panik bei Panne oder Unfall im Tunnel

  • Mit den wichtigen Regeln für Tunnelfahrten vertraut machen
  • Bei Panne oder Unfall die Notrufstationen nutzen
  • Deutsche Tunnel gehören zur besonders gesicherten Infrastruktur

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Stuttgart. Vor einer Panne oder einem Unfall mitten im Tunnel fürchten sich viele Menschen. Aber es ist kein Grund zur Panik, sagt die GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung mbH. Wer sich richtig verhält und die Sicherheitssysteme moderner Tunnelsysteme nutzt, kann diese Ausnahmesituation bewältigen. Die Prüforganisation nennt Hinweise rund um die Verkehrssicherheit im Tunnel – wichtig auch für Urlaubsfahrten.

Keine Angst vor Tunnelfahrten: Viele Autofahrer sind angespannt, wenn sie durch Tunnel fahren. Als solche sind in Deutschland mindestens 80 Meter lange, unterirdische Verkehrsanlagen definiert. Weit über 400 Straßentunnel gibt es hierzulande, allein im Fernstraßennetz sind es mehr als 270. Erst Anfang 2026 hat eine Umfrage des deutschen Fernstraßen-Bundesamts bestätigt, dass rund ein Drittel der Verkehrsteilnehmer mit mulmigem Gefühl durch Tunnel fahren. Gründe dafür sind zum Beispiel der engere Raum, künstliches Licht und intensivere Verkehrsgeräusche. Das steigert auch die Angst vor Panne oder Unfall in der Röhre. Besonders groß kann der Stress für Fahrerinnen und Fahrer sein, die nur selten lange Straßentunnel passieren – beispielsweise bei Urlaubsfahrten. Deshalb ist es so wichtig, die Regeln für sicheres Verhalten in solchen Situationen zu kennen, betont die GTÜ. 

Aufmerksamkeit, Tempo, Licht, Abstand: Aktuelle Studien zeigen, dass viele Verkehrsteilnehmern den Stress bei Tunnelfahrten schon im Übergangsbereich zum Tunnel spüren. Deshalb rät die GTÜ dazu, sich rechtzeitig vor Einfahrt anzupassen und dafür eine klare Routine zu entwickeln: Tempo runter, Abblendlicht einschalten und genügend Abstand halten. Außerdem die Sonnenbrille abnehmen, damit sich die Augen schnell an die Lichtverhältnisse gewöhnen können. Das alles entspannt die Fahrsituation und hilft beim Umgang mit den veränderten Bedingungen im Tunnel. Zugleich entsteht ein beherrschbarer Ablauf statt des Stressmoments.

Ruhe bewahren bei Panne oder Unfall: Und wenn es doch einmal zur Panne kommt oder ein Unfall geschieht? Dann ist die wichtigste Regel: Ruhe bewahren und umsichtig handeln. Bei einer Panne zuerst den Warnblinker einschalten und rechts heranfahren. Lässt sich das Auto noch fahren, bringt man es am besten aus dem Tunnel – oder mindestens in die nächste Pannenbucht. Dann den Motor ausschalten und die Pannen- oder Unfallstelle mit dem Warndreieck abgesichert. Dabei stets Warnwesten tragen und auf die eigene Sicherheit achten. Bei einem Unfall sofort den Notruf absetzen und bei Bedarf Erste Hilfe leisten. Sollte es zu einem Brand kommen, diesen wenn möglich selbst löschen, wenn das ohne Eigengefährdung geschehen kann.

Fluchtwege finden: Grüne Rettungszeichen mit dem Piktogramm eines laufenden Menschen weisen in deutschen Straßentunneln den kürzesten Weg zum nächsten Notausgang. In modernen Tunneln ist dieser höchstens 150 Meter entfernt. In Nachbarländern ist es ähnlich. Die auffällig markierten Notausgänge leiten in einen sicheren Bereich. Bei Tunneln mit zwei Hauptröhren führen meist Querstollen als Fluchtweg in die Nachbarröhre.

Direkter Draht – Notrufstationen nutzen: Notrufe im Tunnel setzt man am besten über die nächstgelegene Notrufstation ab. Solche Stationen gehören zur Sicherheitsausstattung, sie haben eine Direktverbindung zur Leitzentrale. Die Disponenten erhalten eine präzise Standortbestimmung und können umgehend die richtigen Maßnahmen einleiten – vom Alarm der Hilfsdienste bis zum Sperren von Fahrstreifen. Moderne Verkehrstunnel in Deutschland sind auf Zwischenfälle gut vorbereitet, sie gehören zu den besonders überwachten und technisch ausgerüsteten Verkehrswegen.

Die Systeme umfassen neben den für gewöhnlich alle 150 Meter vorhandenen Notrufstationen sowie Pannenbuchten je nach Tunnel beispielsweise auch Videoüberwachung, Brand- und Lüftungstechnik, Lautsprecher und Fluchtwege.

Erhöhte Aufmerksamkeit: Um die Verkehrssicherheit in Tunneln zu gewähren, sollten alle Verkehrsteilnehmer während der Passage besonders aufmerksam sein. Auch die Weltstraßenorganisation PIARC betont, dass Technik nur ein Aspekt der Verkehrssicherheit im Tunnel ist: Menschliches Verhalten gehöre genauso dazu. Was heißt das für Fahrerinnen und Fahrer? Zum Beispiel besonders auf Anzeigen wie Fahrstreifensignale achten, das Radio für Durchsagen einschalten, sich die Position von Notrufstationen und Fluchtwegen einprägen und bei beginnendem Stau umgehend eine Rettungsgasse bilden.

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Frank Reichert
Leiter Unternehmenskommunikation
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frank.reichert@gtue.de