Stuttgart. Die GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung mbH hat ihren Klimawin-BW-Bericht 2025 veröffentlicht. Darin dokumentiert die Prüforganisation ihre Aktivitäten und Entwicklungen beispielsweise in den Bereichen Klimaschutz, Produktverantwortung, Mitarbeitendenrechte und ‑wohlbefinden sowie Transparenz. Nach dem Unterzeichnen der WIN-Charta im November 2020 berichtet die GTÜ regelmäßig über ihr ökologisches, ökonomisches und soziales Engagement. Seit 2024 führt Klimawin BW diese Nachhaltigkeitsinitiative des Landes Baden-Württemberg fort.
Der aktuelle Bericht basiert auf der doppelten Wesentlichkeitsanalyse der GTÜ. Diese betrachtet sowohl die Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf Umwelt und Gesellschaft als auch nachhaltigkeitsbezogene Chancen und Risiken für das Unternehmen. Vier der insgesamt zwölf Leitsätze von Klimawin BW stehen im Bericht besonders im Mittelpunkt: Klimaschutz, Produktverantwortung, Mitarbeitendenrechte und -wohlbefinden sowie Transparenz.
Über ihre reine Geschäftstätigkeit hinaus engagierte sich die GTÜ mit zwei Klimawin-Projekten. Bei einer unternehmensweiten Spendenaktion verdoppelte das Unternehmen private Spenden der Mitarbeitenden an gemeinnützige Organisationen bis zu einem festgelegten Höchstbetrag. Insgesamt kamen rund 5.300 Euro für Organisationen aus den Bereichen Soziales, Bildung, Umwelt-, Tier- und Naturschutz sowie humanitäre Hilfe zusammen. Das zweite Projekt: Bei einer Wunschbaum-Aktion in Kooperation mit der eva – Evangelischen Gesellschaft Stuttgart e.V. erfüllten Mitarbeitende 30 Weihnachtswünsche von Kindern und Jugendlichen aus Familien in schwierigen Lebenssituationen.
Einen unmittelbaren Beitrag zu Sicherheit im Straßenverkehr und Umweltschutz leistet die GTÜ über ihre Kerndienstleistungen. Im Jahr 2025 führten die GTÜ-Prüfingenieurinnen und -Prüfingenieure insgesamt 5.058.309 Hauptuntersuchungen durch. Bei der Hauptuntersuchung einschließlich Abgasuntersuchung werden Fahrzeuge auf die Einhaltung gesetzlicher Sicherheits- und Umweltanforderungen geprüft. Dies unterstützt den verkehrssicheren Betrieb und trägt dazu bei, bestehende Fahrzeuge sicher und möglichst nachhaltig zu nutzen. Die regelmäßige Prüfung kann damit zum Werterhalt und zu einem ressourcenschonenden Umgang mit dem Fahrzeugbestand beitragen.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die systematische Erfassung der eigenen Treibhausgasemissionen. Die GTÜ erstellt seit dem Basisjahr 2023 eine Treibhausgasbilanz für Scope 1, Scope 2 und ausgewählte Kategorien von Scope 3. Für 2025 weist der Bericht Gesamtemissionen von 1.790,90 Tonnen CO₂-Äquivalenten aus. Gegenüber 2024 gingen diese leicht zurück, lagen jedoch 10,9 Prozent über dem Basisjahr 2023. Als Gründe nennt der Bericht unter anderem einen höheren Erdgasverbrauch, mehr Außendiensttätigkeit, Investitionen in Fuhrpark und IT sowie eine umfassendere Datenerfassung. Die GTÜ nutzt die Bilanz, um wesentliche Emissionstreiber zu identifizieren und geeignete Reduktionsmaßnahmen zu prüfen.
Die betriebliche Mobilität wird schrittweise weiterentwickelt. Im Berichtsjahr wurden 13 Elektrofahrzeuge und sieben Hybridfahrzeuge neu in den Fuhrpark aufgenommen. Damit lag die Zahl der beschafften Elektrofahrzeuge über den Werten der Vorjahre. Ergänzend fördert das Unternehmen klimafreundliche Arbeitswege durch Jobtickets, Jobrad-Angebote, Ladeinfrastruktur und flexible Arbeitsmodelle. An ihren deutschen Standorten bezieht die GTÜ ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energien.
Nachhaltigkeit umfasst für die GTÜ auch Qualitätskontrolle und transparente Unternehmensführung. Im Jahr 2025 wurden mehr als 1.200 Hauptuntersuchungen unangekündigt nachkontrolliert. Hinzu kamen 120 verdeckte Tests bei GTÜ-Partnern und Prüfingenieuren. Zudem nahmen alle relevanten Mitarbeitenden an verpflichtenden Compliance-Schulungen teil. Regelmäßige Audits, ein digitales Hinweisgebersystem und umfassende Maßnahmen zur Informationssicherheit dienen unter anderem dazu, die Unabhängigkeit, Integrität und Nachvollziehbarkeit der Prozesse zu sichern. Die GTÜ wird die Maßnahmen kontinuierlich weiterentwickeln.
Im sozialen Bereich setzte die GTÜ ihre Angebote für familiengerechte und gesundheitsfördernde Arbeitsbedingungen fort. Dazu gehören flexible Arbeitsmodelle, Führungskräftetrainings, Gesundheits- und Vorsorgeangebote sowie Weiterbildungs- und Vernetzungsformate. Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit stieg 2025 auf 8,6 Jahre (2024: 6,5 Jahre) und deutet auf eine langfristige Bindung vieler Mitarbeitender an die GTÜ hin. Die ausgewiesene Krankheitsquote sank von 5,2 Prozent im Jahr 2024 auf 4,0 Prozent.
Für die kommenden Jahre plant die GTÜ, zum Beispiel ihre Treibhausgasbilanz und die zugrunde liegende Datenqualität weiterzuentwickeln, Emissionstreiber systematisch zu analysieren und bestehende Maßnahmen zu Mobilität und Energieeffizienz fortzuführen. Zugleich sollen digitale Lösungen, Qualitätsstandards und das bundesweite Partnernetz weiter gestärkt werden. Damit verbindet die GTÜ ihre Verantwortung für Nachhaltigkeit mit ihrer zentralen Aufgabe: dem Beitrag zu Sicherheit im Straßenverkehr, Umweltschutz und einer verlässlich funktionierenden Mobilität.
Der vollständige Bericht 2025 der GTÜ im Rahmen von Klimawin BW ist online abrufbar: GTÜ Klimawin Report 2025