Caravan-Salon 2020: Gelungener Auftakt trotz Pandemie

Foto: Auto-Medienportal.Net/Messe Düsseldorf/Constanze Tillmann

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Manche waren skeptisch, andere begeistert – der 59. Caravan-Salon sollte trotz der Corona-Pandemie mit einem geringfügig nach hinten verschobenen Eröffnungstermin in Düsseldorf starten. Nach dem ersten Wochenende ziehen die Veranstalter eine durchweg positive Bilanz. Immerhin 42.000 Besucher machten sich am vergangenen Wochenende auf den Weg zum Düsseldorfer Messegelände, um sich über die Neuheiten der Branche zu informieren. 2019 durften noch 270.500 Caravaning-Fans hierher kommen.

Es waren weniger als im Vorjahr, was hauptsächlich der begrenzten Zahl von Tagestickets geschuldet war, die als Teil des umfassenden Hygienekonzept die Durchführung der Messe möglich gemacht hatte. Konnten zum Auftakt am Freitag, dem 4. September noch 8000 Gäste begrüßt werden, zählte die Messe Düsseldorf und der Caravaning Industrie Verband als Veranstalter 34.000 Besucher.

„Wir sind sehr glücklich und stolz darauf, dass wir endlich wieder das machen dürfen, was wir am besten können: Messen machen, Menschen zusammenbringen, Begegnungen ermöglichen und den Ausstellern eine Plattform für ihre Neuheiten bieten. Wir sind mit der Besucherresonanz der ersten drei Tage sehr zufrieden. Unser Hygienekonzept hat hervorragend funktioniert. Gleichzeitig möchten wir ein Lob an unsere Besucher aussprechen, die sich sehr diszipliniert an die Hygieneregeln gehalten und somit für einen reibungslosen Ablauf gesorgt haben“, kommentiert Erhard Wienkamp, Geschäftsführer der Messe Düsseldorf das erste Wochenende der Camping-Leistungsschau.

Die Hymer-Gruppe ist nicht vertreten

Obwohl die Erwin-Hymer-Gruppe mit ihren insgesamt 13 Marken sowie einige Automobilhersteller ihre Teilnahme am Salon abgesagt hatten, präsentieren noch bis zum 13. September rund 350 Aussteller in zehn Messehallen und auf dem Freigelände ihre Neuheiten. Der Informationsgehalt ist überaus hoch. Es scheint, so ein Beobachter, als entwickle sich die Caravaning-Industrie nach einer langen, eher trägen Phase zur Innovations-Branche.

Die Trends reichen dabei von intelligentem Leichtbau und neuen, effizienteren Produktionsmethoden bis hin zu völlig neuen und erstmals gezeigten Serienprodukten. Dazu zählt die vom Knaus-Tabbert-Konzern entwickelte Langfaser-Injektion, die das Herstellen von maßhaltigen Kunststoffbauteilen wie Wänden und Dächern maschinell erlaubt. Die Technik ist außerdem leichter und isoliert besser als die bislang eingesetzte Bauweise mit manuell erzeugten Formenteilen aus glasfaserverstärktem Kunststoff.

Caravaning ohne Gas

Weinsberg hat hingegen die Idee eines Wohnwagens realisiert, der völlig ohne Gas als Energieträger für Kühlschrank, Kocher und Heizung auskommt. „Es gibt Camper, die Bedenken beim Gasbetrieb haben, die holen wir nun an Bord des Weinsberg Cara-Cito“, sagt Geschäftsführer Gerd Adamiezki. Gekocht wird im gasfreien Caravan mit Strom auf einem Ceranfeld, der Kühlschrank und die Klimaanlage, die auch heizen kann, werden mit 12- beziehungsweise 230-Volt-Strom betrieben. Angesichts der zunehmenden Zahl von Urlaubstagen mit großer Hitze ist die Raumklimatisierung für viele ein wichtigeres Thema als das Wintercamping, vermutet der Hersteller. Bei einem Kaufpreis von 11.000 Euro dürfte der Caravan gewiss eine ganze Reihe von Kunden interessieren.

Das Hygienekonzept unter dem Titel „Protaction“ geht auf. Das Tragen von Mund- und Nasenbedeckung in den Hallen mit Pflicht für alle, überall wurden Stelen mit Flüssigkeitsspendern zur Handdesinfektion aufgestellt. Abstandslinien und Einbahnregelungen werden mit Linien und Pfeilen auf den Hallenböden und Teppichen auf den Ständen dargestellt. Durch die ausschließlich online buchbaren Tickets kam es zu keiner Zeit zu Warteschlangen, überhaupt zeigten sich die Besucher überaus diszipliniert und vernünftig.

Die Camping-Branche als Corona-Gewinner

Die Corona-Krise hat der Caravaning-Branche ohnehin bislang eher genutzt als geschadet. Trotz der Pandemie und des zurückliegenden Lockdowns haben die Hersteller in den ersten sieben Monaten 2020 mehr Freizeitfahrzeuge als je zuvor verkauft. 70.000 Reisemobile und Caravans wurden von Anfang Januar bis Ende Juli neu zugelassen. Das entspricht, verglichen mit dem Vorjahreszeitraum, einem Zuwachs von mehr als 15 Prozent. Einer der wesentlichen Gründe dafür ist, dass Urlauber ihre Ferien in diesen Zeiten lieber in der Heimat verbringen. Auch die selbst kontrollierbaren Hygienemaßnahmen in den eigenen, wenn auch mobilen vier Wänden, hat zahlreiche Erholungssuchende für diese Urlaubsform begeistern können. (ampnet/mk)