Im Rückspiegel: Renault Clio – Muse mit Vorreiterfunktion

Foto: Auto-Medienportal.Net/Renault

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Vor 30 Jahren trat der Renault Clio in die Fußstapfen des Renault 5. Die Namensgeberin für den Kleinwagen kommt aus der griechischen Mythologie: Clio, auf Deutsch „die Rühmende”, ist die Muse der Geschichtsschreibung. Mit über 15 Millionen produzierten Einheiten aller Modellgenerationen gilt der Clio als bislang meisterverkauftes französisches Automobil überhaupt und brachte es wiederholt zum bestverkauften Pkw-Modell in Europa. Unter anderem avancierte er im Juni 2020 mit 37.119 Neuzulassungen zur klaren europäischen Nummer eins. Gleich zweimal – 1991 und 2006 – wurde der kleine Franzose außerdem zum „Auto des Jahres” gewählt.

Renault vermarktete den Clio anfangs nicht einfach als direkten Nachfolger des R 5, sondern produzierte zunächst beide Modelle parallel nebeneinander. Mit Ausstattungsmerkmalen aus höheren Segmenten zielte der Clio auf eine wachsende Käuferschicht, die mehr Komfort und Vielseitigkeit wünschte, jedoch das kompakte Format des Renault 5 schätzte. Dem Anspruch entsprechend standen für den Clio Klimaanlage und Servolenkung sowie elektrisch einstellbare und beheizbare Außenspiegel zur Verfügung. Nicht nur den Kunden gefiel dieses Konzept: Kaum auf dem Markt, wurde der als Drei- und Fünftürer erhältliche Clio von der Fachpresse zum „Auto des Jahres 1991” gewählt.

Der Clio fuhr von Anfang an in der Erfolgsspur. Nach sieben Produktionsjahren und über vier Millionen produzierten Exemplaren folgte 1998 die zweite Modellgeneration. So wie der Vorgänger als Impulsgeber für Komfort in der Kleinwagenklasse fungierte, profilierte sich die Neuauflage mit Antiblockiersystem sowie Front- und Seitenairbags ab Werk als Maßstab für Sicherheit im B-Segment. Dank der von 3,7 auf 3,77 Meter gestiegenen Außenlänge wartete die zweite Modellgeneration außerdem mit einem größeren Platzangebot auf.

Im Herbst 2005 erschien der Clio III. Mit 3,99 Metern Länge übertraf er seinen Vorgänger um 21 Zentimeter und bot noch mehr Platz für Passagiere und Gepäck. Dazu kamen Ausstattungs- und Sicherheitsmerkmale wie der Tempopilot mit Geschwindigkeitsbegrenzer und bis zu acht Airbags. Dank des guten passiven Sicherheitsniveaus erhielt der Clio als erster Kleinwagen überhaupt im Juni 2005 die Maximalwertung von fünf Sternen im Euro-NCAP-Crashtest. Im Herbst 2005 wurde er zum „Auto des Jahres 2006” gewählt und gewann damit die begehrteste Auszeichnung der Automobilbranche in Europa als erstes Fahrzeug in der Geschichte des Wettbewerbs zum zweiten Mal.

Der Clio IV wurde ab Herbst 2012 nur noch als Fünftürer und als Kombi angeboten. Die auf 4,06 Meter gewachsene Modellgeneration war als erstes Serienmodell nach der heute noch gültigen Designphilosophie der Marke mit prominent platzierten Logo auf der Front gestaltet. Moderne Downsizing-Motoren und Effizienztechnologien wie die Start-&Stop-Automatik sorgten für gute Verbrauchswerte. Auch das multifunktionale Touchscreen-Infotainmentsystem Renault R-Link mit Online-Anbindung hatte hier seine Premiere.

Die aktuelle Baureihe wurde Anfang 2019 vorgestellt und setzt die Vorreiterrolle der Vorgänger fort. Erstmals wird mit ihm in einem Kleinwagen ein Autobahn- und Stauassistent angeboten. Seit diesem Jahr ist erstmals auch ein Clio mit Hybridantrieb erhältlich. (ampnet/jri)