Die besten Autos in Deutschland: Opel Corsa

Foto: Auto-Medienportal.Net/GCOTY

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Er wurde von einer Jury von 15 führenden Journalisten in die Top 5 beim „Deutschen Auto des Jahres" gewählt: Der neue Opel Corsa. Neben seinem Schwestermodell Peugeot 208, dem BMW 3er, dem Mazda 3 und dem Porsche Taycan gehört er damit zu den fünf besten Neuvorstellungen des Jahres.

Eigentlich wäre der Modellwechsel noch nicht unbedingt nötig gewesen: In seiner fünften Modellgeneration war der erst 2014 präsentierte, unter GM-Ägide entwickelte Corsa E bestens aufgestellt, die Palette breitgefächert. Doch nachdem Opel von General Motors zum französischen PSA-Konzern gewechselt hat, bot sich der Sprung auf die neue französische Plattform an.

Und damit wurde vor allem eins möglich: Ein rein elektrisches Derivat. So bietet Opel neben den konventionell angetriebenen Varianten den Corsa-e an, der trotz seines kompakten Formats bis zu 337 Kilometer Reichweite bietet. Mit seinen 136 PS (100 kW) und 260 Newtonmetern Drehmoment dürfte er flott beschleunigen – bei null lokalen, weil auf die Energieerzeuger verlagerten Emissionen.

Eine Probefahrt mit dem Corsa-e steht noch aus, dafür hatten wir Gelegenheit, den neuen Corsa mit dem turboaufgeladenen 1,2-Liter-Ottomotor zu fahren. Er ist mit 100 PS (74 kW) oder 130 PS (96 kW) lieferbar, zudem gibt es eine Einstiegsvariante ohne Turbolader mit 75 PS (55 kW). Die 100-PS-Variante erzeugt ein maximales Drehmoment von 205 Nm, das bei 1750 U/min anliegt. Damit ist der Corsa bereits üppig motorisiert: Der Sprint von null auf 100 km/h dauert nur 9,9 Sekunden, die Spitze liegt bei 194 km/h.

Der Drei-Zylinder-Turbomotor spricht bereits bei niedrigen Drehzahlen gut an und wirkt auch im mittleren und gehobenen Geschwindigkeitsbereich souverän. Dabei erzeugt er einen eigenständigen, sonoren Klang, der sich von seinem Schwestermodell, dem Peugeot 208, deutlich unterscheidet, obwohl dort im Prinzip der gleiche Antrieb eingebaut wird.

Und auch das Chassis ist deutlich straffer abgestimmt als beim 208: Der Corsa lenkt flink ein und lässt sich überaus präzise und leichtfüßig durch Kurven dirigieren, wobei der Fahrer stets über den aktuellen Fahrbahnzustand informiert bleibt.

Neben den Ottomotoren und dem elektrischen Antrieb wird es auch einen 1,5-Liter-Vier-Zylinder-Turbodiesel mit 102 PS (75 kW) geben, der ein maximales Drehmoment von 250 Nm erzeugt und der sich als absoluter Sparmeister profilieren dürfte. Dafür gibt es bei Opel keine Hochleistungsvariante mehr: Reichten die Leistungen früher bis über 200 PS, so ist nunmehr bei 130 PS Schluss – oder bei 136 PS für den Corsa-e, der allerdings bereits bei betulichen 150 km/h die Segel streicht.

Das Interieur des Corsa unterscheidet sich völlig vom Peugeot 208 und präsentiert sich in Opel-eigener, deutscher Sachlichkeit. Allerdings würden wir uns etwas hochwertigere Materialien wünschen, weniger Hartplastik und etwas mehr stilistischen Pfiff. Nur wer ganz genau hinsieht, erblickt Überscheidungen mit dem französischen Schwestermodell. Eine davon ist der Knopf zum Anlassen und Abstellen der Maschine, der leider erst mit Gedenksekunde anspricht und deswegen unpräzise wirkt.

Die stilistische Evolution gereicht dem kleinen Opel übrigens uneingeschränkt zum Vorteil: Der Corsa F, den es als ersten Corsa nur noch als Fünftürer gibt, betont im Gegensatz zum Vorgängermodell die Horizontale; er wirkt viel flacher und straffer.

Und so ist der neue Corsa nicht nur eines der besten Autos auf dem deutschen Markt, er ist in seiner Klasse auch eines der schönsten und sportlichsten. Ein starker Einstand für den ab 13.990 Euro teuren Rüsselsheimer mit den französischen Genen. (ampnet/jm)