Ratgeber: Mit dem Motorrad an der Steigung wenden

Foto: Auto-Medienportal.Net/IfZ

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Ob allein oder in der Gruppe mit dem Motorrad unterwegs, es passiert hin und wieder, dass die falsche Richtung eingeschlagen wurde. Zum Wenden sucht man sich in der Regel eine geeignete Stelle, die breit genug und für den weiteren Verkehr in beiden Richtungen gut einsehbar ist. Für gewöhnlich wird nun vorwärts im Halbkreis fahrend gewendet. Was aber, wenn es bergauf geht? Hier empfiehlt das Institut für Zwirdsicherheit (IfZ) bei größerer Steigung besser weiter zu fahren, bis sich eine weniger steile Stelle zum Wenden bietet. Ist die Straße jedoch gesperrt oder blockiert und ein Umkehren unvermeidbar, sollte man vom gewohnten Wendemanöver abweichen. Bernt Spiegel, Verhaltensforscher und Spezialist fürs Motorradfahren, rät in einem solchen Fall ab, vorwärts fahrend die Gegenrichtung einzuschlagen.

Zunächst einmal sollten Motorradfahrer an Steigungen am rechten Straßenrand anhalten und dann vorsichtig und ganz langsam nach links zurückrollen, bis die Maschine quer zur Fahrbahn stehen. Im folgenden Schritt wird dann rechtsherum und talwärst wieder vorwärts gefahren. Dabei ist natürlich auf den übrigen Verkehr zu achten.

Beim rückwärts rollen sollte das Hauptgewicht möglichst auf dem bergseitigen Bein (links) lasten, da das talseitige (rechts) schnell den Fahrbahnkontakt verlieren kann. Wer jetzt talabwärts kippt, verliert schnell die Kontrolle über sein Motorrad und kann es nicht abfangen. Ebenso sollte die Möglichkeit, die Hinterradbremse mit dem rechten Fuß zu bedienen, erhalten bleiben. Die Vorderradbremse ist hier natürlich auch einsetzbar, bei diesem Manöver für viele Fahrer jedoch schwieriger zu handhaben. Insbesondere auf rutschigerem Untergrund kann das Fahrzeug beim Einsatz der Vorderradbremse die Haftung verlieren bzw. schneller instabil werden.

Sicherlich ist das Manöver auch anders herum, also rückwärts nach rechts möglich, macht aber unter Umständen die Nutzung der Hinterradbremse unmöglich, da das bergseitige Bein (in diesem Fall das rechte Bein) aus Sicherheitsgründen die Hauptlast trägt.

Wer häufig in steigungsreichen Gegenden unterwegs ist oder beispielsweise eine Alpentour plant, kann das Wenden am Berg vorher zu Hause üben und verinnerlichen. (ampnet/jri)