Wörth kann Lkw unter realen Bedingungen testen

Foto: Auto-Medienportal.Net/Daimler

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In Wörth wurde heute das erweiterte Entwicklungs- und Versuchszentrum von Daimler Truck eingeweiht. Gemeinsam mit Malu Dreyer, Ministerpräsidentin des Landes Rheinland-Pfalz, und Dr. Volker Wissing, Minister für Wirtschaft und Verkehr Rheinland-Pfalz, eröffneten Vorstandsmitglied Stefan Buchner und Betriebsratsvorsitzender Thomas Zwick die Erweiterung.

Rund 50 Millionen Euro wurden in das Kompetenzzentrum für die Entwicklungsarbeit von Lkw investiert - unter anderem für ein neues Prüfstandgebäude für System- und Gesamtfahrzeugtests und ein Büro- und Werkstattgebäude. Zusätzliche rund 20 Millionen Euro flossen in den hochmodernen Lkw-Rollenprüfstand für umfassende Tests von Lkw in Echtzeit. Über 100 neue Arbeitsplätze werden in Wörth entstehen.

Das Entwicklungs- und Versuchszentrum (EVZ) ist Kompetenzzentrum für die Entwicklungsarbeit und spielt eine wichtige Rolle in der Entwicklung und Erprobung des vernetzten, automatisierten und elektrischen Fahrens. 
Im Juni 2008 wurde das EVZ bewusst in unmittelbarer Nachbarschaft des Produktionswerkes Wörth eröffnet und so eine sehr enge Zusammenarbeit zwischen Entwicklung und Produktion ermöglicht. Durch die Bündelung von Entwicklungsumfängen in Wörth werden Synergieeffekte realisiert. 

Das EVZ verfügt über zahlreiche Schlechtwegstrecken und verschiedene Fahrbahnprofile, die die Straßen dieser Welt abbilden. Auf diese Weise können für Versuchsfahrzeuge die gleichen Bedingungen hergestellt werden, wie sie z. B. in Südamerika, Südkorea, Afrika und natürlich auch in Europa vorhanden sind. Weiterhin zählt zum EVZ die Einfahrbahn mit Neigungswinkeln bis zu 49 Prozent zur Funktionserprobung.

Prof. Dr. Uwe Baake präsentierte neben der feierlichen Eröffnung einen der modernsten Lkw-Rollenprüfstände in Europa: Im 24-Stunden-Betrieb können Antriebsstränge unter realistischen Fahrbedingungen auf dem Prüfstand simuliert und zur Serienreife entwickelt werden. Statt auf öffentlichen Straßen werden nun in der Prüfhalle über eine Fahrsimulation gemessene Testfahrten oder gesetzlich vorgegebene Testzyklen automatisiert und nachgefahren.

Der Prüfstand verfügt über ein großes Fahrtwindgebläse mit einem Luftstrom von über 800.000 Kubikmeter in der Stunde, was einer maximalen Anströmgeschwindigkeit von 90 km/h entspricht. Der gesamte Prüfraum lässt sich stufenlos im Temperaturbereich von minus sieben bis plus 50 Grad Celsius zur Darstellung von extremen Umgebungsrand­bedingungen einstellen. 

Die elektrischen Maschinen auf dem Prüfstand ermöglichen die Simulation aller Fahrwiderstände, die im realen Fahrbetrieb von außen auf das Fahrzeug wirken. Hierzu gehören beispielsweise extreme Steigungsfahrten unter Volllast mit maximaler Zuladung oder auch der Bremsbetrieb während einer Bergabfahrt. Die auf dem Prüfstand fahrbaren Geschwindigkeiten decken alle in Europa erlaubten Maximalgeschwindigkeiten auf Autobahnen ab. (ampnet/deg)