Skoda feiert zwischen Herkunft und Zukunft

Foto: Auto-Medienportal.Net

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Skoda ist seit Jahren der erfolgreichste Importeur in Deutschland. In der vergangenen Woche feierte der tschechische Hersteller das Überschreiten der Grenze jährlich 200.000 Neuzulassungen in Deutschland. Bis Ende November verkaufte die Volkswagen-Tochter hierzulande 193 000 Autos. Das sind fünf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Marktanteil stieg auf 5,8 Prozent. „Der Weg zu Platz sechs ist nicht mehr weit“, freut sich Frank Jürgens, Sprecher der Geschäftsführung von Skoda Auto Deutschland, mit Blick auf die davor liegenden sechs deutschen Autohersteller. Und 2020 wird für die Marke in zweifacher Hinsicht ein besonderes Jahr, wie auf dem traditionellen Jahresabschlussgespräch in Frankfurt deutlich wurde.

Skoda ist nicht nur die älteste Marke im VW-Konzern, sondern mit dem Gründungsjahr 1895 auch einer der ältesten Automobilhersteller überhaupt. Das 125-jährige Jubiläum feiert das Unternehmen mit mehreren Veranstaltungen. Los geht es schon gleich am 25. Januar mit dem traditionellen Skoda-Buffet bei den Händlern. An diesem Tag werden die „Drive 125“-Jubiläumsmodelle vorgestellt. Und das Datum ist für Skoda auch der Beginn einer neuen Zukunft. Mit dem Citigo iV feiert das erste Elektroauto von Skoda an diesem Tag seine Markteinführung und mit dem Superb iV der erste Plug-in-Hybrid. Die Kundschaft jedenfalls scheint bereit zu sein für diesen Schritt: Ohne eines der Modelle überhaupt Probe gefahren zu haben, liegen dem Importeur bereits insgesamt 3000 Vorbestellungen vor.

Analog zu VW e-Up und Seat Mii electric wird auch Skoda seinen kleinen Stromer zu einer Leasingrate von 145 Euro im Monat ohne Anzahlung und für eine Laufzeit von drei Jahren und jährlich 10 000 Kilometer Fahrleistung anbieten. Wer ihn lieber kaufen möchte: Deie Preisliste beginnt bei 20 950 Euro. Davon abzuziehen ist der Umweltbonus von demnächst voraussichtlich 6000 Euro. Nahezu alle Händler in Deutschland werden das Auto haben und auf ihrem Betriebsgelände für die Kunden eine Wallbox vorhalten. Spätestens Ende nächsten Jahres sind dann auch die letzten Skoda-Vertragspartner mit von der Partie. Käufer eines Citigo iV erhalten auf Wunsch auch eine Kompletthilfe für die Installation einer Wallbox zu Hause. Aber in puncto E-Mobilität ist mit Citigo iV und Superb iV im nächsten Jahr noch nicht das letzte Wort gesprochen. Die in diesem Jahr in Genf gezeigte Studie Vision iV eines SUV-Coupés soll im Laufe des Jahres in ein Serienmodell münden. Es wird die dann neunte Baureihe von Skoda.

In Genf feiert zuvor im März die vierte Generation des Octavia ihre Premiere. Es ist nach wie vor das volumenträchtigste Modell und „das Herz der Marke“ (Jürgens). Die neue Ausgabe lehnt sich stilistisch stärker an den Superb an. Der Kunde hat die Wahl zwischen nahezu allen Antriebskonzepten mit Ausnahme einer E-Version: Benzin, Diesel, Mildhybrid, Plug-in-Hybrid und CNG (Erdgas). Mit aktuell über 52.000 Neuzulassungen ist der Octavia III Deutschlands erfolgreichstes Importauto, gefolgt vom Fabia auf Rang drei und dem Karoq an siebter Stelle. Stolz können Frank Jürgens und sein Team dabei nicht nur auf die Verkaufszahlen an sich sein, sondern auch auf das Echo in der Fachpresse. Von drei Dutzend Vergleichstest in diesem Jahr hat Skoda rund zwei Drittel für sich entschieden.

Mit Scala und Kamiq haben die Tschechen in diesem Jahr bereits zwei komplett neue Modelle auf den Markt gebracht. Mit dem erst kürzlich eingeführten kleinen Kamiq dürfte der SUV-Anteil an den Verkäufen im kommenden Jahr noch deutlich über die aktuellen 30 Prozent hinausgehen. Gewachsen ist in diesem Jahr auch das Flottengeschäft. Es lag zwölf Prozent über dem Vorjahr. Mit einem Marktanteil von 7,5 Prozent rangiert Skoda im Geschäftskundenmarkt auf dem sechsten Platz.

Ganz vorne mischt das Unternehmen im Rallyesport mit. Der Fabia R5 hat die WRC-2-Wertung zum fünften Mal in Folge gewonnen. Und Fabian Kreim und Copilot Tobias Braun sicherten Skoda den achten deutschen Meistertitel. (ampnet/jri)