GTÜ-Sommerreifentest 2018

Für den aktuellen Sommerreifentest waren Techniker, Tester sowie Foto- und Kamerateam im Herbst 2017 auf der Pirelli-Teststrecke in Italien.
Die Messfahrzeuge: Zwei VW Passat (TSI 4Motion) der aktuellen Generation, ausgestattet mit modernem GPS-Messequipment, 280 PS und Allradantrieb.
Die Reifen: Elf stämmige Hochgeschwindigkeitspneus im Format 235/45 R 18 Wie immer steht ein umfangreiches Testprogramm auf dem Plan…da bei diesen Versuchen hohe Geschwindigkeiten gefahren werden, bereiten sich die Tester entsprechend vor.

Los geht es mit den Disziplinen auf nasser Straße. Hier werden normalerweise besonders schnell Qualitätsunterschiede zwischen den Reifen deutlich. Die Haftung wird wesentlich durch die Mischung des Gummis und den Herstellungsprozess bestimmt. Wer die "schwarze Magie" am besten beherrscht liegt in dieser Disziplin normalerweise vorne. Aber auch die Profilgestaltung spielt eine Rolle, nämlich dann wenn es darum geht stehendes Wasser auf der Straße zu verdrängen. Nebenbei werden laufend die Temperaturen der Fahrbahn gemessen. Eine der anspruchsvollsten Übungen, sowohl für den Reifen, als auch für die Tester und die Messtechnik, ist das Aquaplaning quer. Sprich, einer Wasserpfütze mitten in der Kurve. Am meisten Punkte gibt es aber für das Bremsvermögen auf nasser Straße zu holen, einem auch im Alltag sehr wichtigen Punkt.

Nach der Auswertung aller bisherigen Disziplinen, ergänzt durch die subjektiven Eindrücke auf dem Handlingkurs stehen die ersten Gewinner und Verlierer fest. Und es gibt eine Überraschung: Nicht die üblichen Verdächtigen liegen auf den ersten drei Plätzen, sondern drei Reifen aus Asien! Der Kumho Ecsta PS71 pflügt am schnellsten durch das Aquaplaning Becken, der Falken Azensis FK510 bietet einen besonders kurzen Bremsweg, wie auch der Hankook Ventus S1 evo2. Die Europäer von Conti, Michelin, Pirelli und Co. folgen erst auf den weiteren Plätzen.

Der eigentliche Sinn eines solchen Hochleistungs-Sommerreifens ist natürlich, auf trockener Straße ein präzises und verlässliches Handling zu bieten. Dazu gehören auch möglichst kurze Bremswege in einer plötzlich auftretenden Gefahrensituation. Jetzt schlägt die Stunde der Europäer: Der Pirelli P Zero liebt trockene Straßen förmlich, auch der Conti Premium Contact 6 fühlt sich hier zu Hause. Aber auch der finnische Nokian zLine glänzt unter diesen Bedingungen mit durchweg guten Leistungen Die Geräuschmessung rundet das Testergebnis ab. Hier schneiden asiatische Reifen erfahrungsgemäß immer gut ab.

Berücksichtigt man zudem noch den Preis, ergibt sich folgendes Gesamtergebnis: Der preiswerte Falken holt sich tatsächlich den Sieg, denkbar knapp vor dem ebenfalls überraschend starken Kumho und dem punktgleichen Nokian. Der Reifen von Hankook kann den technisch guten, aber auch teuren Reifen von Conti um einen Punkt schlagen. Eine starke Leistung, gemessen am Preis liefert auch der Maxxis Premitra HP 5 aus chinesischer Produktion auf Platz Sechs, der in einzelnen Disziplinen und natürlich besonders beim Preis noch einige große Namen hinter sich lässt.