Rechtsurteil: Werkstatt ist kein Sündenbock

Verursachen Lieferschwierigkeiten von Ersatzteilen eine Verzögerung der Reparatur, muss die Werkstatt in der Regel nicht für Nutzungsausfallentschädigungen aufkommen.

Foto: Cmon/Fotolia

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Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hat auf ein entsprechendes Urteil des Landgerichts Itzehoe hingewiesen: Demnach könnten Kunden keine Nutzungsausfallentschädigungen für Wartezeiten fordern, wenn es in einer Werkstatt aufgrund von nicht lieferbaren Ersatzteilen zu Reparaturverzögerungen komme (Az.: 7 0 234/07).

Im konkreten Fall wollte eine Wohnmobilbesitzerin einen Nutzungsausfall von über 12.000 Euro geltend machen für die Wartezeit auf ein für die Reparatur ihres Fahrzeugs notwendiges Ersatzteil. Der Klägerin zufolge nutze sie das Wohnmobil wie einen Pkw, zudem sei eine mehrmonatige Urlaubstour durch die Verzögerung nicht möglich gewesen. Das Gericht urteilte jedoch, dass - da eine ausdrückliche Vereinbarung fehlte – der Reparaturvertrag so zu interpretieren gewesen sei, dass die Werkstatt den Arbeitsbeginn nach Erhalt der Ersatzteile schulde.

Und sofern die Werkstatt nicht bei einer unzuverlässigen Stelle die Bestellung aufgegeben habe, sei sie rechtlich unangreifbar. Allerdings betonte der ZDK, dass Werkstätten im Haftpflichtschadenfall stets frühzeitig auf eine mögliche längere Reparaturdauer hinweisen sollten. Denn andernfalls könne dem Geschädigten ein Verstoß gegen die Schadensminderungspflicht vorgeworfen werden, da der Schädiger gegebenenfalls die Ausweitung des Schadens durch eigene Maßnahmen abwenden kann.