Rechtsurteil: Navi-Bedienung: Fahrer haftet

Verursacht die Bedienung eines mobilen Navigationsgeräts einen Auffahrunfall, muss der Fahrer für den Schaden voll aufkommen.

Foto: Cmon/Fotolia

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Nurmal schnell nach der Straße schauen, den Namen kontrollieren, die Richtung checken - bereits diese Sekunden der Unaufmerksamkeiten können während der Fahrt zu gefährlichen Unfällen führen. Deshalb hat das Landgericht Potsdam entschieden, dass die Bedienung eines mobilen Navigationssystems während der Fahrt als grob fahrlässig eingestuft wird. Der Fahrer muss in dem konkreten Fall für den verursachten Schaden voll aufkommen (Az.: 6O32/09). Dies gilt auch, wenn er lediglich Informationen vom Bildschirm abliest. In der Begründung des Urteils heißt es dazu: "Ein Blick auf das Display in dieser Phase [Anm.: gemeint ist der Überholvorgang] führt dazu, dass die ohnehin hohe Unfallträchtigkeit des Wiedereinscherens weiter erhöht wird." Dies galt auch, obwohl der Unfall sich nicht unmittelbar während des Überholens, sondern erst nach dem Einscheren zugetragen hatte. Nach dem Potsdamer Richterspruch darf eine Eingabe im Navigationsgerät ausschließlich im Stand erfolgen. Danach müsse sich der Fahrer auf die akustischen Hilfestellungen beschränken.