Hinweispflicht

Über "unmittelbar bevorstehende" Reparaturen laut Herstellervorgaben müssen Werkstätten informieren.

Foto: Cmon/Fotolia

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Kommt ein Kunde zur Routinedurchsicht seines Wagens, muss ihn die beauftragte freie Werkstatt darauf hinweisen, wenn eine Wartung laut Herstellervorgaben „unmittelbar bevorsteht“. Die Werkstatt unterliegt hier der Hinweispflicht (OLG Schleswig-Holstein, Az. 4 U 171/09).

Sollte die Werkstatt ihrer Hinweispflicht nicht nachkommen und daraus ein Schaden resultieren, steht sie in der Haftung. Die Richter haben damit die Haftung der Werkstätten für künftige Schäden durch die Ausdehnung der Informationspflichten auf herstellerspezifische Maßnahmen erweitert. Der Fahrzeugbesitzer kann so darauf vertrauen, dass der Fachmann ihnauf zeitnah erforderliche Reparatur- oder Wartungsarbeiten sowie einen eventuellen Teileaustausch aufmerksam macht. Im konkreten Fall sprach es der Kundin einen Schadenserstzanspruch von knapp 5.000 Euro nach einem Motorschaden zu, der durch den gerissenen Zahnriemen entstanden war. Der Wagen wurde kurz vorher gewartet und die Werkstatt hat auf diese bald (definierter Zeitraum von von weniger als drei Monaten oder innerhalb einer Laufleistung von 5.000 km) anstehende Reparatur nicht hingewiesen.