Reparaturstreit

Bei der Erstattung von Reparaturkosten, die über dem Wiederbeschaffungswert liegen, sind Vorgaben des Sachverständigen maßgeblich.

Foto: Cmon/Fotolia

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Die Erstattung von Reparaturkosten, die über dem Wiederbeschaffungswert liegen, ist dann nicht gerechtfertigt, wenn der Geschädigte sein Fahrzeug nicht vollständig und fachgerecht nach den Vorgaben des Sachverständigen instand setzt. Diesen Grundsatz hat der Bundesgerichtshof kürzlich erneut in einem Urteil bestätigt (Az.: VI ZR 30/11). Die Kosten für die Unfallreparatur hatte der Gutachter im Streitfall fiktiv mit 3.254,02 Euro errechnet, was um 51 Prozent über dem Wiederbeschaffungswert von 2.150 Euro lag. Der Geschädigte bestand jedoch auf Reparatur in Eigenregie und verlangte schließlich die Auszahlung des 130-Prozent-Betrages, was in etwa den von ihm tatsächlich aufgewendeten Kosten von 2.734,47 Euro entspricht. Die Reparatur sei nur deshalb billiger ausgefallen, weil wegen der Eigenleistungen keine Mehrwertsteuer auf die Arbeitskosten angefallen war und er als Mitarbeiter einer Kfz-Werkstatt auf preiswerte Ersatzteile zurückgreifen konnte. Da bei der Reparatur aber der hintere Querträger entgegen der Gutachtervorgabe nicht ausgetauscht, sondern instand gesetzt wurde, die Heckstoßfängerverkleidung nicht richtig eingepasst war und zudem hinter der Stoßfängerverkleidung eine Delle verblieb, verneinten die Richter des BGH eine weitere Zahlung der gegnerischen Versicherung.