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GTÜ: Ein Gütesiegel für Gütesiegel ist notwendige Korrektur verfehlter rechtlicher Rahmenbedingungen zum Thema nachhaltiges Bauen

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- Rainer de Biasi, GTÜ: „Eine europäische oder weltweite Lösung zur Zertifizierung nachhaltiger Gebäude ist unabdingbar.“
- Green Building-Standards insbesondere bei Bestandsbauten wichtig
- Wertsteigerung von Immobilien durch Nachhaltigkeit und Qualitäts-Siegel
Stuttgart, 4. November 2009. Im Rahmen der Expo Real Anfang Oktober 2009 in München verkündete das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS), dem Wildwuchs an Gütesiegeln im Bereich des nachhaltigen Bauens ein Ende zu setzen. So will das Bauministerium Immobilien, die die Qualitätsstandards der Bundesregierung erfüllen, nach Antragstellung das Prädikat „von der Bundesregierung anerkanntes Gütesiegel“ verleihen.
„Angesichts des Wildwuchses an Gütesiegeln für nachhaltiges Bauen ist das angekündigte `Regierungs-Zertifikat´ ein überfälliges Instrument, das ein verlässliches, transparentes Qualitätsniveau für Nutzer etabliert“, kommentiert Rainer de Biasi, Geschäftsführer der GTÜ, Gesellschaft für Technische Überwachung mbH. „Das Gütesiegel für Gütesiegel kompensiert letztendlich nur die unzureichende rechtliche Regelung.“ In Deutschland und weltweit gibt es derzeit etwa zwei Dutzend Umweltplaketten für Gebäude. Die Vergleichbarkeit der Siegel ist aufgrund unterschiedlicher Kriterien unmöglich. Manche Siegel – wie das DGNB-Zertifikat – beziehen sich nur auf den Neubau von Büro- und Verwaltungsgebäuden, andere – wie das britische BREEAM – beziehen sich auf Wohn- und Gewerbeimmobilien, erfassen jedoch nicht die Lebenszykluskosten.
„Anstelle nationaler Alleingänge mit unterschiedlichen Kriterien, die keine Vergleichbarkeit erlauben, sollten mittelfristig einheitliche Lösungen in Form eines gemeinsamen Siegels auf europäischer oder sogar internationaler Ebene gefunden werden“, fordert de Biasi. „Schließlich spüren wir die Klimaschäden länderübergreifend. Darüber hinaus würde ein einheitliches Qualitätsniveau für international agierende Immobilienakteure die Entscheidung zu Investitionen im Ausland transparenter gestalten und somit die Effektivität steigern.“
Green Building-Standards auch bei Bestandsbauten
Auf Immobilien entfallen rund 40 Prozent des weltweiten Energieverbrauchs. Daher besitzt der Gebäudebereich ein immenses Potenzial zur Einsparung von Energie und ist somit eine bedeutende Schnittstelle zur Einhaltung der internationalen Klimaschutzabkommen. „Da mehr als die Hälfte aller Gebäude in Deutschland Bestandsimmobilien sind, die älter als 25 Jahre sind, liegt ein beachtlicher energetischer Sanierungsstau vor“, so de Biasi. „Green Building-Standards müssen insofern auch bei älteren Gebäuden statt nur bei Neubauten und Modernisierungen greifen.“
Wertsteigerung der Immobilie auch durch Qualitäts-Siegel
Für Bauherren aus Wirtschaft und öffentlicher Hand sowie private `Häuslebauer´ ist neben Nachhaltigkeitsaspekten die Qualität des Gebäudes entscheidend. Die Ursache von knapp einem Drittel aller Bauschäden liegt bereits in der Entwurfs- und Planungsphase. Etwa die Hälfte der Mängel treten in der Ausführungsphase auf. So wenden Bauherren, Planer und Ausführende jährlich etwa 3,4 Mrd. Euro – rund 13 Prozent des Bauvolumens – auf, um Pfusch am Bau zu korrigieren. Die Einschaltung eines qualifizierten Bausachverständigen hilft Baumängel zu vermeiden. Im Rahmen der Baubegleitenden Qualitätsüberwachung (BQÜ) schaltet die GTÜ öffentlich bestellte und vereidigte sowie qualifizierte Bausachverständige ein, die den Bau von der Planungsphase über den gesamten Bauprozess bis zur Schlüsselübergabe mit Hilfe ganzheitlicher Kriterien kritisch begleiten, Fehler beseitigen, maßgeschneiderte Konzepte zur energieeffizienten Bauweise erarbeiten und einen Energieausweis ausstellen. „Die Kosten einer durch die GTÜ durchgeführten Baubegleitenden Qualitätsüberwachung betragen etwa 1,5 Prozent der Bausumme“, erklärt de Biasi. „Die Kosten amortisieren sich rasch durch Vermeiden von Nachbesserungen sowie durch Heizkostenersparnisse aufgrund der energieeffizienten Bauweise und durch die generelle Wertsteigerung der Immobilie dank des Qualitäts-Labels.“
GTÜ – Gesellschaft für Technische Überwachung mbH:
Die GTÜ (Gesellschaft für Technische Überwachung mbH) ist die größte Überwachungsorganisation freiberuflicher Sachverständiger in Deutschland. Die GTÜ, dahinter steht der Bundesverband öffentlich bestellter und vereidigter sowie qualifizierter Sachverständiger e.V. (BVS), bietet Sachverständigenleistungen in den Bereichen Baubegleitung, Energieberatung, Qualitätsmanagement, Anlagensicherheit und Fahrzeuguntersuchungen an. Im Rahmen der Baudienstleistungen umfasst das Kompetenzfeld der GTÜ die Baubegleitende Qualitätsüberwachung (BQÜ), die Erstellung von Energieausweisen, Schadensgutachten sowie Bauabnahmen und Baubegutachtungen sowie einen technischen Immobiliencheck. Die für Baudienstleistungen eingesetzten GTÜ-Vertragspartner sind öffentlich bestellte und vereidigte sowie qualifizierte Bausachverständige mit besonderer Fachexpertise für die einzelnen Gewerke. Die Sachverständigenorganisation GTÜ verfügt über ein flächendeckendes, bundesweites Netz von Vertragspartnern.
www.gtue.de
Herr Rainer de Biasi, Geschäftsführer der GTÜ, steht gerne für ein persönliches Redaktionsgespräch bereit.
GTÜ Gesellschaft für
Technische Überwachung mbH
Rainer de Biasi
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